Die Sache mit der Tasse

Neulich habe ich mir eine Tasse gekauft. So eine schöne große, mit buntem Aufdruck. Daraus kann ich ja nun trinken, was ich will. Meine Mutter würde zu Kräutertee raten, meistens trinke ich aber doch Kaffee. Ich könnte aber auch Brause, Wasser oder sogar Schnaps daraus trinken. Oder ich könnte sie zum Erfinden neuer Mixgetränke nutzen. Auf Nachfrage hat mir der Tassenverkäufer versichert, dass ihm das völlig egal sei, Hauptsache die Tasse sei verkauft.

Die meisten Leute trinken Kaffee aus diesen Tassen. Es trinken derartig viele Leute diesen Kaffee, dass die Kaffeefabrik nun schon so groß und mächtig geworden ist, dass sie sogar Anteile an der Tassenfabrik gekauft hat. Und der Tassenfabrikant weiß auch, dass er ohne den großen Erfolg des Kaffeeherstellers nicht so viele Tassen verkaufen könnte, also muss er sich mit ihm gut stellen.

Nun hat mir der Kaffeehersteller geschrieben, dass er sich ja doch Gedanken um meine Gesundheit mache, immerhin könnte mir jemand etwas Ungutes in den Kaffee mischen und ich könne ja auch nie sicher sein, dass guter Kaffee in meiner Tasse wäre, wenn jeder Hergelaufene alles mögliche in die Tasse füllen könne. Er habe sich daher mit dem Tassenhersteller zusammengesetzt und eine ganz neuartige Beschichtung entwickelt, die bewirken könne, dass man nur noch den hochwertigen Kaffee des Kaffeeherstellers aus so einer Tasse trinken könne. Jede andere Flüssigkeit würde im Bruchteil einer Sekunde verdampfen und so könne man sicher sein, immer den guten Kaffee in der Tasse zu haben, wenn nur erst alle Tassen mit der Beschichtung versehen seien.

Die Tasse

Ich fand das eigentlich vernünftig, denn schließlich können heutzutage nur noch Experten wirklich gute und schlechte Getränke unterscheiden. Allerdings würde ich dann keine Brause mehr trinken können, was schade wäre, und etwas ungerecht gegenüber den anderen Getränkeherstellern kam mir das auch vor. Auf Nachfrage versicherten mir Kaffee- und Tassenhersteller jedoch, dass man natürlich auch zukünftig noch einige andere Getränke aus den Tassen würde trinken können, eine Liste der zulässigen Getränke sei bereits in Arbeit. Ein Fachmann würde die Beschichtung wahrscheinlich sogar deaktivieren können, jedenfalls könne man sich gegen Aufpreis eine Deaktivierung der Beschichtung einrichten lassen. Na also, ist doch eine tolle Idee, oder?

Ein ähnlicher Fall ist dieser.

Also, #OccupyYourHardware und: Stand up for your freedom to install free software! ;)

Danke für C!

Dennis Ritchie

When I read commentary about suggestions for where C should go, I often think back and give thanks that it wasn’t developed under the advice of a worldwide crowd.

Dennis Ritchie hat sich unsterblich gemacht.

Verisign will aufräumen

Unser Internet soll schöner werden! Da muss man mal ordentlich durchfegen. Also wer meldet sich freiwillig?

Juhu! Verisign, die Registry für COM- und NET-Domains, hat schon einen großen Besen bei der ICANN beantragt:
http://www.icann.org/en/registries/rsep/verisign-com-net-name-request-10oct11-en.pdf

Dort heißt es:

“Various law enforcement personnel, around the globe, have asked us to mitigate domain name abuse, and have validated our approach to rapid suspension of malicious domain names, [...]”

Aha, law enforcement personnel around the globe? Ja, das sind also diese braven amerikanischen Staatsanwälte, nicht wahr, also diese gutaussehenden Jungs mit den kantigen, entschlossenen Gesichtern, die konsequent gegen Spammer, Phisher und andere Subjekte vorgehen. Die machen sicher einen guten Job.

Schön ist vor allem, dass die guten Jungs immer genau wissen, wer auf welcher Seite steht und welche die richtige ist. Sie programmieren einfach einen Malware-Scanner, der zwischen gut und böse unterscheiden kann, das ist also quasi der Apfel vom Baum der Erkenntnis 2.0. Zusätzlich werden sie wohl eine Hotline unterhalten, auf der Polizisten und verwandte Berufsgruppen aus aller Welt anrufen und die Abschaltung dieser oder jener Domain verlangen können. Ob jetzt z.B. chinesische Internetaufseher, iranische Religioswächter oder Beamte im Dienste eines nordafrikanischen Diktators gerade zu den Guten oder den Bösen gehören, steht ja in der Zeitung.

Ja, und das Tolle ist, wir sprechen hier von einem Pilotprojekt, das Schule machen soll:

Numerous registrars have expressed interest in Verisign’s malware scanning service [...]

Ich sehe da kein Problem, denn was Malware ist, hat Verisign definiert. Außer, wenn nun jemand den Bayerischen Staatstrojaner auf einer COM-Domain zum Download anbietet, dann wird es irgendwie doch noch kompliziert … ;)

Verisign is offering pilot scans to test the configuration ensuring web servers will not be impacted.

Also – Server startklar machen, wenn die Scanner kommen!


update 2011/10/14

Na sowas, kurz nach Veröffentlichung des Beitrags ist Verisign zurückgerudert:
Verisign Anti-Abuse Domain Use Policy // Withdrawn

Auf ein so nachhaltiges Feedback hatten wir ja nicht zu hoffen gewagt 8-)

http.net intern – vergessene Erinnerung

Folge 1, Donnerstag im Büro von http.net

Das Gespräch dreht sich um Alzheimer bzw. die Angst davor.

Während alle ihre Erlebnisse beschreiben, wie sie sich schon einmal (oder oft) in einem Raum wiederfanden und nicht mehr wussten, was sie dort eigentlich tun wollten, zerbricht sich unsere neue Kollegin verzweifelt den Kopf auf der Suche nach einem Begriff: Ihr fällt immer nur “Anämie” ein…

Folge 2, heute im Büro von http.net

Wir überlegen, ob wir zum Wochende mal wieder etwas Unterhaltsames für unseren Blog haben (Providerhumor ist übrigens die beliebteste Kategorie, wie wir festgestellt haben ;) )

Einem Kollegen fällt das Gespräch von gestern ein:

“… Sie kam immer nur auf Anämie, dabei suchte sie …

Alzheimer!”

Pssst, ich weiß noch, wie das richtige Wort hieß. :D

Stellungnahme zur heutigen Störung der Erreichbarkeit

Durch unangekündigte Wartungsarbeiten unseres Rechenzentrumsbetreibers kam es heute in der Zeit von 09:30 bis 11:00 Uhr zu Störungen der Erreichbarkeit.

Laut Stellungnahme von T-Systems/itenos kam es im Zuge einer routinemäßigen Wartungsarbeit an den USV-Anlagen zum Ausfall einer Stromschiene Hiervon waren zunächst alle nicht redundant ausgelegten Systeme betroffen. Einige Geräte starteten automatisch neu, sobald der Strom wieder verfügbar war, andere mussten manuell wieder hochgefahren werden.

Redundant mit zwei Netzteilen ausgelegte Systeme waren weitgehend nicht betroffen, einige wiesen nach der Umschaltung sporadische Ausfälle auf.

Unsere Techniker waren nach Bekanntwerden des Problems vor Ort und konnten um 11:00 Uhr die Wiederherstellung der Verfügbarkeit fast aller Systeme melden.

Ungeklärt ist nach wie vor, warum wir von der Wartung nicht unterrichtet waren und dadurch unsere Techniker nicht wie üblich vor Ort waren. Hier wird es in Kürze zu einer Aussprache mit dem Betreiber kommen, um sicher zu stellen, dass wir von allen Wartungen informiert sind und diese wenn möglich nachts stattfinden.

Wir bitten Sie, etwaige Ausfälle und Störungen zu entschuldigen.