Domain-Robot meets DNS

Die http.net arbeitet ja ständig an der Verbesserung ihrer Schnittstellen. Und immer, wenn das Wetter uns nicht an den Strand lockt (oder die Getränke Supportanfragen ausgegangen sind), dann sitzen wir natürlich im Büro und überlegen, wie wir unseren Partnern ihre Arbeit noch weiter erleichtern können. Ja, so sind wir ;-)

Heute haben wir uns mal den Robot vorgenommen und haben gedacht: wie wär’s mit einem kleinen Hack!

Warum sollte man nicht einfach bei einem Domain-Template auch ein DNS-Template mit senden können? Eine bessere Verknüpfung der Komponenten war schließlich auch in den Kommentaren zur Umfrage gefordert worden. Was das Partnerweb und andere Schnittstellen betrifft, wird das ein wenig aufwändiger werden, aber beim SMTP-Robot ist die Lösung eigentlich ganz einfach. Schreiben wir doch mal auf, was wir haben wollen:


From: support@example.com
To: domreg@routing.net
Subject: REG: name.de

#internal: 999999/******

domain: name.de
owner-c: TEST1-HTTP
admin-c: TEST2-HTTP
tech-c: TEST3-HTTP
zone-c: TEST4-HTTP
nserver: ns.routing.net
nserver: ns8.routing.net

dnszone: name.de
primary: ns.routing.net
mailbox: dnsmaster@example.com
namesrv: ns.routing.net 213.160.64.64
namesrv: ns8.routing.net 213.160.65.64
arecord: @ 213.160.69.3
crecord: www @

So, jetzt muss man dem Robot nur noch sagen, dass er zuerst den unteren Teil an seinen Kollegen, den DNS-Robot, weitergeben und dann den ersten Teil selbst verarbeiten soll. Fertig :-)

Also, Spaß beiseite. Folgendes gilt ab sofort:

An das Ende eines Domreg-Templates kann man ein DNS-Template hängen, das mit der Zeile


dnszone: <domain>

(anstelle der domain-Zeile) beginnt. Daraus werden zwei separate Aufträge erzeugt, nämlich ein DNS-Template, das sofort an den den DNS-Robot übergeben wird, und ein Domain-Template, das etwa 2 bis 3 Minuten später an den Domreg-Robot gesendet wird, um sicherzustellen, dass die Zone zuerst eingetragen wird, falls dies für den Domain-Auftrag erforderlich ist.

Bei REG- und KK-Aufträgen an den Domreg-Robot wird ein REG-Auftrag für den DNS-Robot erzeugt, CLOSE- und TRANSIT-Aufträge kann man mit einem DNS-CLOSE verbinden und einem Domain-UPDATE kann man ein DNS-UPDATE anhängen. For Robot-Templates ohne dnszone-Schlüssel ändert sich natürlich nichts.

Einfach mal ausprobieren!

Don’t be evil – Like http.net

Ja, ja, blog.http.net ist jetzt auch Teil der Weltverschwörung. Mit den Facebook- und Google-Buttons auf unserer Blog-Seite tragen nun auch wir dazu bei, jeden Klick unserer Nutzer quer über den Atlantik in die gierigen Schlünde der Tracking-Konzerne zu schaufeln. Wer Like-Buttons auf seiner Seite platziert, bittet jeden Browser, doch immer mal rasch drüben anzurufen und Bescheid zu sagen. Und die Browser tun das auch (oder surft hier jemand mit Lynx? ;)

Es besteht also allemal Diskussionsbedarf. Wer daran noch zweifelt, führe sich das Papier von Rosendaal zu Gemüte. (Achtung, das Klicken auf den Link könnte getrackt werden ;) Danach kann man sich von der Free Software Foundation einen schönen und garantiert trackfreien Button für seine Homepage geben lassen:

Not f'd — you won't find me on Facebook



Selbstverständlich ist das Tracking eine der wichtigsten Funktionen der Like-Buttons und seiner Freunde, genauso wie diverser Google-Dienstleistungen. Dies sind Werkzeuge, die über den unmittelbaren Nutzen hinaus den Betreibern vielfältige Möglichkeiten eröffnen, Macht über das Internet zu erlangen, Macht im Sinne von Kenntnis des Nutzerverhaltens. Nicht böse, aber Ergebnis einer klugen Analyse der zukünftigen Wirtschaftsräume.

Die wirtschaftlichen und sozialen Implikationen von FB & Co und ihren Werkzeugen gehen natürlich weit darüber hinaus. Niicht nur, dass sich jeder Teilnehmer am Wirtschaftsleben neuerdings Gedanken darüber zu machen hat, wie sich sein Name so googelt und was da so alles zu Tage gefördert werden könnte. Die umfassende Mobilisierung und Vernetzung aller Lebensbereiche steht offenbar bereits sogar in Zusammenhang mit dramatischen politischen Umwälzungen in anderen Teilen unserer klein gewordenen Welt. Es wird noch lange brauchen, bis man all diese Entwicklungen verstanden haben wird. Tja, und manch einer hierzulande empört sich über die vergleichsweise bieder daherkommende Vorratsdatenspeicherung, der bereitwillig seine gesamte soziale Existenz den undurchsichtigen Organen des USA PATRIOT Act überantwortet, nur weil die bunte Buttons haben davorschalten lassen.

Die Frage ist also jedenfalls schon längst nicht mehr, ob man diese Entwicklungen verhindern kann oder will, sondern wie man damit umgeht. Als Privatnutzer steuere ich einigermaßen restriktiv die Preisgabe von Informationen über mein Nutzerverhalten. Ich behaupte kühn, jederzeit zu wissen, wo ich zu welchem Zweck gerade angemeldet bin und eine grobe Vorstellung von den Informationen zu haben, die mein braver Browser in die Welt funkt. (Wie kühn diese Behauptung jedoch ist, muss ich bei näherem Hinsehen allerdings immer wieder erneut feststellen!) Als Wirtschaftsunternehmen dürfen wir jedoch die Entwicklungen nicht verschlafen und müssen die Chancen nutzen, die sie uns bieten. Und es macht ja auch Spaß, und ja, wir möchten natürlich gemocht werden und möchten auch erfahren, dass man uns mag und was man an uns mag, na klar. Es gilt: don’t be evil – be smart 8-)

Wer viel fragt, bekommt viel Antwort…

Der Plan war von bestechender Einfachheit: Mittels einiger Fragen ermitteln wir die Wünsche unserer Partner und gießen aus dem Ergebnis ein Konzept für die mittelfristige Weiterentwicklung bei http.net. Dann kam es – natürlich – etwas komplexer…

Sehr erfreut waren wir zunächst von der starken Resonanz, die wir praktisch umgehend bekamen: 174 Teilnehmer, von denen 139 die Umfrage komplett beantwortet haben – das sind mehr als 10 Prozent der Partner von http.net, wow! Ebenso gefreut haben wir uns über die guten Zensuren, die wir auf die Fragen “Wie benoten Sie die persönliche Ansprache durch…” bekommen haben.

Etwas überrascht hat uns, dass sich mehr als zwei Drittel unserer Partner zu den Systemhäusern und ähnlichen Spezialanbietern zählen. Hier hat sich unser Kundenspektrum seit der letzten Umfrage gehörig geändert.

Dann aber wurde es richtig interessant für uns: Kritische Stimmen zum Partnersystem und Partnerweb wie “…ist noch sehr neunziger…” und “…wegwerfen und neu schreiben…” hatten wir schon befürchtet, Sätze wie “…die alte Oberfläche war besser…” oder “…die Webfunktionalitaet ist für mich gut und umfangreich genug…” eher weniger.

Mit großer Spannung hatten wir auch das Ergebnis des Fragenkomplexes “Social Media” erwartet. Auch hier ein überraschend heterogenes Bild von “…pfeife ich auf das Social Media…” über “…unbearbeitetes Thema – wir freuen uns ueber Hinweise/Ratschlaege…” bis hin zu “…wir werden facebook und xing Nutzung aktiv anbieten…” Aha!

Was haben wir nun aus dem breit gefächerten Spektrum der Antworten gelernt? Ich denke “Bleibt alles anders”, wie Herbert Grönemeyer gesungen hat, trifft es gut. Wir müssen kräftig anpacken und sind auch schon ordentlich dabei. Seit dem 1. August ist unser Backordertool online, auch unsere neue DNS-API mit transparentem Handling ist fertig. Das Partnerweb wird momentan überarbeitet, parallel dazu mittelfristig ein neues, ergonomisches und damit zeitgemäßes Partnerweb entwickelt. Dabei wird http.net durch Entwickler aus den Schwesterfirmen unterstützt.

Domains und Hosting bleiben unser Kerngeschäft und damit das wichtigste Thema. Das Domainportfolio wird weiter ausgebaut und wir werden wieder Windows-Webserver anbieten.

Als http.nette stehen wir für kompetenten und vor allen Dingen persönlichen Support. Hierzu wird der Support verstärkt und Einstellungsgespräche für die Administration geführt. Wir wollen noch besser mit unseren Partnern ins Gespräch kommen. Bis wir gelernt haben, über welche Kanäle das am besten funktioniert, freuen wir uns über regen Besuch auf unserem Blog, Facebook und Twitter. LinkedIn werden wir uns genau anschauen und Google+ im Auge behalten. Und auch das traurigerweise sang- und klanglos eingeschlafene Projekt eines Marktplatzes für http.net-Partner wird momentan heiß bei uns diskutiert. Wie ist Eure Meinung dazu

fragt sich
der swopp

P.S. Hier geht es zum ungeschminkten Ergebnis der Umfrage
P.P.S. Könnte sich bitte der Partner bei uns melden, der in “Space Tourism” macht? Wir würden gern einen Betriebsausflug buchen!

DENIC kündigt Wartung an: Heute, 11.08.11 15:00 bis ca. 16:00 (MESZ)

Nach Information der DENIC stehen in diesem Zeitraum die folgenden Dienste nicht zu Verfügung:

- Public whois
- Member whois
- RRI für de. und ENUM
- MRI für de. und ENUM
- Transit Service Center
- DENIC Online Registry
- DCHK

Eingehende MRI Aufträge werden gequeued und nach der Störung verarbeitet.

etwas backorder background

Backordern ist eine sportliche Angelegenheit. Es läuft ungefähr so:

Jede Nacht holen wir uns von der Registry die Liste mit den Domains ab, die 5 Tage später freigegeben werden. Das sind jeden Tag so an die 80.000 Namen, von denen 99.99% vollkommen uninteressant sind (adultentertainermedicals.com, …). Ein paar wenige schöne Namen sind aber oft dabei, so etwa verteilt wie die vierblättrigen Kleeblätter auf einer Kuhwiese.

Unser neuer Suchagent (powered by: EM) bietet die Möglichkeit, auf einen bestimmten Namen zu warten oder sich über freiwerdende Namen, die einem gegebenen Muster entsprechen, täglich informieren zu lassen. Jedenfalls, sobald die Domains in unserer Datenbank stehen, können sie bestellt werden.

Am Stichtag um 2 Uhr PM EST fängt die Registry an, die Domains freizugeben. Das zieht sich so 2 Stunden hin und es kommt darauf an, derjenige zu sein, der in genau der Millisekunde einen Auftrag für die Domain sendet, in der sie frei wird. In diesem weltweiten Bonbonregen treten jeden Tag Hunderte von Registraren an, Grabber und Snapper, die Giganten der Branche und neuerdings auch ein ambitionierter Berliner Provider.

Also, hier sind schon Ellenbogen gefragt. Unser Client läuft momentan in 4 Instanzen auf 2 Servern mit jeweils 5 bis 10 Threads, je nach Auftragsmenge. Jeder Thread öffnet in dem relevanten Zeitfenster eine persistente TCP-Session und sendet für die bestellten Domains 3 bis 4 REG-Aufträge pro Sekunde ab, bis entweder die Domain registriert oder die Zeit um ist. In der Praxis ist damit insgesamt ein durchschnittliches Intervall von ca. 20-30 Aufträgen pro Sekunde zu erreichen. Die Aufgabe ist nicht völlig trivial, da die Registry mehrere Pools unterschiedlicher Priorität mit jeweils einer begrenzten Anzahl paralleler Connections zur Verfügung stellt, von denen ein Teil für den Normalbetrieb garantiert sein muss.

Meistens klappt’s auch, aber leider nicht immer. Testläufe haben etwa eine Erfolgsquote von gefühlt 80% bei einigermaßen interessanten Namen ergeben. Statistische Aussagen dieser Art sind jedoch so schwierig wie die Frage nach dem Wert eines Domainnamens. Das ist also ein schönes Hobby, und den Programmierern kann endlich nicht mehr nachgesagt werden, zu wenig Sport zu treiben… ;)